Bergisches Land

Aktionstag am Fliegerhorst Büchel 7.7.2018

Ein Fliegerhorst ist kein Adlerhorst – im Gegenteil

Aktionstag am Fliegerhorst Büchel 7.7.2018

Bei schönstem Sommerwetter fand am Sonnabend, 7.7.2018 ein ökumenischer Gottesdienst in der Nähe des Eifeldorfes Büchel unter freiem Himmel statt. „Alles gut“? – Sowohl im ökumenischen Gottesdienst um „kurz vor Zwölf“ als auch bei den drei Interviewten verschiedenen Alters, wie der SWR abends berichtete, erfuhr man das Unverständnis, ja, die Empörung darüber, dass in Deutschland, bei Büchel eben, noch immer 20 Atomraketen einsatzbereit stationiert sind, ja sogar modernisiert werden sollen.
Genau ein Jahr nachdem 122 Staaten das Abkommen zum Verbot von Atomwaffen der Vereinten Nationen (UN) unterschrieben haben, wollte man sich in Büchel treffen. Denn Deutschland ist diesem Abkommen noch nicht beigetreten!
Der Aktionstag reihte sich ein in 20 Aktionswochen seit März 2018 für die Abschaffung dieser Waffen für ein atomwaffenfreies Leben in unserem Land, in Europa und weltweit.
Zu dem „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ hatten Landeskirchen der EKD und kirchliche Friedensinitiativen schon im März eingeladen und etwa 600 kamen. So auch wir aus dem Bergischen Land.

Im Gottesdienst hörten wir auf die mahnenden Worte der Bergpredigt, klagten wir über menschliches Unvermögen, schlossen uns zusammen mit Bonhoeffers Glaubensbekenntnis und unserer unverwüstlichen Hoffnung auf Erlösung.

Logo BüchelGut geplant war das gemeinsame Teilen zum Mittagessen, währenddessen man umher gehen und sich z.B. über die Friedensarbeit von EIRENE informieren und ins Gespräch kommen konnte. Kühlende Getränke taten gut.
Nach einer Stunde begann das hochkarätig besetzte Nachmittagsbühnenprogramm mit Musik und einigen sehr persönlichen, bewegenden Beiträgen, verbunden durch eine versierte Moderatorin.

Besonders anrührend war für mich die freie Rede des Altbischofs Heino Falcke (89J.), der extra angereist war, um aus der Glaubenserfahrung in der DDR und der ökumenischen Arbeit für „Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“ zu erzählen nach Vancouver (1983) über Genf bis Erfurt (1997). Er zeigte die große, geistliche Kraft, mit der man Berge versetzen kann, und machte unserer Verzagtheit Mut. Überraschend war sein offizieller Appell an unsere Regierung, ein „Atomwaffenverbot ins Grundgesetz!“ aufzunehmen. Ein ganz neuer Gedanke, von dem die meisten von den Versammelten bestimmt noch nichts gehört hatten. Formuliert im Februar 2018, unterschrieben übrigens auch von E. und K. Raiser. Kann man so etwas schaffen?

Zu Wort kamen auch zwei junge Vertreterinnen von ICANW aus USA und Kanada, die auf die unmittelbaren Gefahren von Herstellung (Uran u.a.), Lagerung, sowie Zerstörungskraft von nuklearer Energie hinwiesen.

Sieben Sprecherinnen rezitierten uni sono sehr eindringlich Gedichte von K. Tucholsky und M. Kaleko, zwischen Sicherheit und Gefährdung, eingedenk der Grauen von Erstem und Zweitem Weltkrieg.

Ganz am Schluss verwandelten noch, nach einem Aufschreien, acht Schüler*innen eine aufgestellte bunte Rakete auf der Bühne wirkungsvoll in einen Riesenstift, mit dem sie dann das Abkommen zum Verbot von Atomwaffen der Vereinten Nationen (UN) mit „Merkel“ unterschrieben.
Ein gelungener, Generationen übergreifender Abschluss eines aufregenden Tages, der den Pilgerweg für uns zu einem gelungenen, besonderen Fest machte.

Für die sieben Kirchenkreise im GMÖ „Bergisches Land“ (Gemeindedienst für Mission und Ökumene) waren wir im großen Wagen von der Friedenskirche Hilden zum „Pilgerweg“ aufgebrochen, zu Fünft. Zwei Plätze waren frei geblieben.

Cornelia Geißler, Hilden, 8.7.2018

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen ist ein internationales Bündnis von Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Abschaffung aller Atomwaffen durch einen bindenden
https://kirchengegenatomwaffen.wordpress.com
International Campaign to Abolish Nuclear Weapons: ICAN https://www.icanw.de/

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