GMÖ

Ein Jahr des Friedens?

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland will ein Friedenswort veröffentlichen. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. 70 Jahre nach Gründung des Ökumenischen Rats der Kirchen. Damals, 1948 in Amsterdam, stellte die ökumenische Bewegung fest: Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.

Die unselige, ja sündhafte Verwobenheit auch unserer Kirche in die Herrschaft der Mächte und Gewalten erkennen wir in der geschichtlichen Betrachtung. Erkennen wir sie auch in der Gegenwart?

Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung; der Frieden steht im Zentrum der Begriffstrias des Konziliaren Prozesses, auf den sich die Evangelische Kirche im Rheinland in ihrer Kirchenordnung verpflichtet hat. Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg. Frieden im biblischen Sinne ist nicht ohne Gerechtigkeit. Darum muss die Friedensarbeit über die Überwindung militärischer Gewalt hinausgehen. Darum geht es um eine grundsätzliche, ökumenische Umkehr im Denken und ein global verantwortliches Tun. Wir können nicht vom Frieden reden und nichts zu Rüstungs- und Waffenexporten sagen. Wir müssen gegen Atomwaffen protestieren, die auf dem Gebiet unserer Kirche einsatzfähig gehalten werden.

Konzepte der Vergangenheit feiern in der Militarisierung der Politik und des Denkens fröhliche Urständ. Mag es auch sein, dass Militär unter Umständen abschrecken und Kriege beenden kann: Frieden kann man nicht militärisch machen. Wir wollen für eine friedenslogische Ausrichtung der internationalen Politik eintreten und für eine Friedenserziehung in den Gemeinden und kirchlichen Schulen werben. Es braucht einen deutlichen Protest der Glaubenden gegen den Tod und Fortschritte auf dem Weg zu einem Leben in Fülle für alle.

Mit dem Frieden geht es um globale Gerechtigkeit, Verständigung zwischen den Völkern, einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung und die Überwindung von Angst. Die Mitarbeitenden des GMÖ wollen im Jahr 2018 den Frieden fokussieren. Laden Sie uns ein, wenn Sie sich mit dem Friedenswort unserer Kirche auseinandersetzen wollen, zur (Mit-)Gestaltung von Gottesdiensten, Andachten und Vorträgen in Gemeindegruppen. Mit unserer ökumenischen Erfahrung kommen wir gerne zu Ihnen in die Schule oder Gemeinde.