Köln Bonn

Filmfair 2017: Gelungener Start

Zu ¾ war der Blaue Saal am Sonntag, den 17. September, um 19:30 Uhr, im Woki gefüllt, darunter Schülerinnen aus einem Englisch-AK. Das Organisationsteam war glücklich, weil rechtzeitig alles stand, und der überaus passende Dokumentarfilm „Population Boom“ des österreichischen Filmemachers Werner Boote eröffnete die Bonner Filmfair 2017.

Der Film geht der Frage nach, was Überbevölkerung bedeutet und was mit dem Begriff bezeichnet wird, und kommt zu der Erkenntnis, dass nicht die Größe der Weltbevölkerung zu Klimawandel, zur Zerstörung von Ökosystemen und Lebensräumen sowie zu Hunger und Armut führt, sondern der wachsende Verbrauch von Energie, Wasser und Rohstoffen und die intensive Nutzung von Flächen, die insbesondere den Menschen in den Industrieländern zugute kommen, also nur rund einem Fünftel der Weltbevölkerung. Die anderen 80 Prozent der Menschheit lebt von weniger als zehn Dollar pro Tag.

„Wenn eine Frau aus Kamerun mehrere Kinder zur Welt bringt, trägt sie angeblich zur globalen Überbevölkerung bei, wenn der Schweizer aber zwei Autos kauft, kurbelt er das Wirtschaftswachstum an. Man kann die Frage der vermeintlichen Überbevölkerung nicht vom Ressourcenverbrauch trennen. Die Einwohner der Stadt New York verbrauchen an einem Tag mehr Energie als der gesamte afrikanische Kontinent. Wenn einem der Umweltschutz tatsächlich am Herzen liegt, muss man den Ressourcenverbrauch der Industrieländer vermindern, statt sich über die Familiengröße fremder Frauen in fernen Ländern Gedanken zu machen”, sagt Shalini Randeria, Professorin für Anthropologie und Entwicklungssoziologie am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien.

„Population Boom benennt jene globalen Probleme“, so Werner Boote im Interview, „von denen ich meine, dass wir sie gemeinsam schleunigst anpacken sollten und auch in den Griff bekommen könnten. Das geht aber nur zusammen. ‚Population Boom’ räumt mit dem Märchen von der Überbevölkerung auf und ist ein Aufruf dazu, aktiv zu werden. ‚Boom’ bedeutet ja auch Aufschwung.“

Eine wunderbare Szene zum Schluss: In der Menschenmenge auf dem Dach eines völlig überfüllten Eisenbahnzugs in Bangladesh steht Werner Boote und bemerkt erstaunt, dass man sich gegenseitig festhält, auch ihn ganz selbstverständlich, damit niemand herunterfallen kann. Zum Schutz bei der Durchfahrt von Tunnel halten die Menschen ihre Hände über die Köpfe ihrer Nachbarn. – Gemeinsam, zusammen, so können wir es schaffen, lautet die so in Szene gesetzte positive Botschaft. Untermal wird sie von dem eigens dafür komponierten Song „Reach Out“ von Karwan Marouf, geschrieben von Lisbeth Scott und gesungen von Gianna Charles.

 

(c) filmfair.de

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