Köln Bonn

Wird unser Leben durch Wachstum reicher?

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Reformation und Transformation waren Thema in Bonn-Beuel
Zum Abschluss des Themenjahres „Weite wirkt. Reformation und die Eine Welt“ widmete die Ev. Kirchengemeinde Beuel ihren Reformationstagsgottesdienst 2016 der Frage nach dem „buen vivr“.
Buen vivir, gut leben, ist ein ökonomisches Konzept, das in indigenen Traditionen der Anden gründet und auf ein Gleichgewicht ausgerichtet ist, das allen Menschen ein gutes Leben in Gemeinschaft miteinander und mit der Natur ermöglicht. Es ist Staatsziel in Ecuador und Bolivien.
Durch die Städtepartnerschaft Bonns mit Boliviens Hauptstadt La Paz ist buen vivir in den letzten Jahren wiederholt Thema im Bonner Netzwerk nachhaltige Entwicklung geworden. Zuletzt in einer Veranstaltung mit dem Vordenker des buen vivir, Alberto Acosta.
In diesem Zusammenhang brachte der Gottesdienst die Frage nach dem buen vivir ins Gespräch mit der reformatorischen Theologie. Was hindert uns, die nötigen Transformationen anzugehen, die es braucht, damit unser Wirtschaften nachhaltig wird?, fragte GMÖ-Pfarrer Kai Horstmann in seiner Predigt. Ist es die Angst vor Veränderung? Die Sorge, nicht zu wissen, wo die Reise hin geht? In der weltweiten Ökumene ist vom Glauben als transformativer Kraft die Rede. Tatsächlich kann die reformatorische Erinnerung daran, dass wir unser Leben nicht verdienen müssen, sondern aus Gottes Gnade leben, dazu beitragen, die Angst zu überwinden und mit Christus aus der Enge der Festlegung auf das, was ist, die himmlische Weite einer anderen Wirklichkeit zu erkunden.
Für die Liturgie waren Pfarrer Christian Verwald und Prädikant Peter Knauft verantwortlich. Kantor Hubert Arnold und der Chor Haste Töne gestalteten den Gottesdienst mit lateinamerikanischer Musik. Auch mit lateinamerikanischen Musikern und Solisten wurden Teile der „Misa Criola“ aufgeführt. Ein langer, aber nicht langweiliger Gottesdienst.

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