Niederrhein

14. Weltmissionskonferenz

Am Ende der 14. Weltmissionskonferenz in Arusha, Tansania, beklagten die ungefähr 1000 Teilnehmenden aus vielen Kirchenfamilien, darunter auch Mitglieder aus der römisch-katholische Kirche und verschiedenen Pfingstkirchen, die „schockierende Anhäufung von Reichtum“ bei wenigen, während die Mehrheit verarme. In dem Abschlussdokument betonten sie, dass die systemische Ungerechtigkeit auch Grund für Konflikte, Kriege, ökologische Katastrophen und Not sei. Besonders diejenigen Menschen, die an den Rändern der Gesellschaften leben, seien davon besonders hart betroffen. Dieses ausbeuterische System werde zum Götzen gemacht, das weiterhin Millionen von Menschen ausbeute. Christinnen und Christen müssten dem Ruf des Heiligen Geistes folgen und sich und ihre Umgebung im Sinne der Nachfolge Jesu verändern.

„Nachfolge ist ein Geschenk und eine Berufung, aktiv mit Gott an der Veränderung der Welt zusammen zu arbeiten“, heißt es weiter. Dem Ruf Gottes nachzufolgen bedeute, Gerechtigkeit und Frieden in die Welt zu bringen.

Durch die Taufe seien Christinnen und Christen berufen, im Alltag mit Christus in Verbindung zu stehen. Sie seien berufen, dem Götzen „Markt“ zu widerstehen: „Wir sind berufen, die Gute Nachricht von Jesus Christus in einer gewalttätigen Welt in Wort und Tat zu verkünden: Die Fülle des Lebens, die Buße, die Vergebung der Sünden und das Versprechen des Ewigen Lebens.“

Der Heilige Geist werde auch Menschen am Rande befähigen, Gerechtigkeit und Würde zu finden. Auch sollten Gläubige Gottes Schöpfung in Solidarität mit denen bewahren, die von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Gemeinsam sollen sich die Nachfolgerinnen und Nachfolger für mehr Gemeinschaft untereinander einsetzen. Die Erklärung ruft dazu auf, den Dialog mit anderen Religionen zu pflegen. Alle Christinnen und Christen sind „vom Geist bewegt – zu verwandelnder Nachfolge berufen“, heißt es in der Arusha-Erklärung.

Text: EMW. Foto: Albin Hillert / WCC

Arusha-Erklärung in englischer Sprache

Interview mit Anja Vollendorf (EKiR) zu ihren Eindrücken von der Konferenz.