Köln Bonn

Kreissynode An Sieg und Rhein fragt nach dem Verhältnis von Religion und Politik

Am 10. Juni tagte die Kreissynode mit 126 Abgeordneten in Seelscheid. Nach dem gemeinsamen Gottesdienst in der Seelscheider Dorfkirche tauschten sich die Synodalen über ihre Verantwortung als Christen in der Gesellschaft aus. Anlass über das Verhältnis von Religion und Politik zu sprechen, war die bevorstehende Bundestagswahl im September 2017 sowie die vertiefende Beschäftigung mit dem in der Kirchenkreiskonzeption festgelegten Schwerpunktthema Flüchtlingsarbeit.

„Das Schicksal von Flüchtlingen ist uns ans Herz gelegt“

„Ihr Kirchenkreis ist einer der wenigen in der rheinischen Kirche, der die Flüchtlingsarbeit in seine  Konzeption aufgenommen hat“, konstatierte Martina Wasserloos-Strunk zu Beginn ihres Vortrags zur gesellschaftlichen Verantwortung von Christen. Die Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Philippus-Akademie im Kirchenkreis Gladbach-Neuss machte am Beispiel der Arbeit mit Geflüchteten deutlich, dass dieses Engagement durch das Gebot der Nächstenliebe zum  Fundament des christlichen Glaubens gehört. „Die Stellung des Flüchtlings ist in der Bibel an vielen Stellen als mindestens gleichberechtigt beschrieben“, so Wasserloos-Strunk. „Aufgabe ist es, unser Handeln immer wieder an dieser Richtschnur zu messen, das Schicksal von Flüchtlingen ist uns ans Herz gelegt.“ Die Referentin empfahl den Synodalen keine Fundamentalopposition zur Politik sondern die Begleitung in kritischer Solidarität mit einer „opfersensiblen Grundhaltung“. Christen müssten sich auf Konflikte einstellen, wenn sie aus ihrem Glauben heraus handeln. Es sei wichtig, offen und mutig Dinge anzusprechen, die dem Gebot der Nächstenliebe widersprechen.

EKASuR/Red.

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