Köln Bonn

Vierzig Jahre Partnerschaft Kusini A-Bonn

In einem Festgottesdienst hat der Kirchenkreis Bonn am 9. Juli die langjährige Partnerschaft nach Tansania gefeiert. Zur selben Zeit feierten die Geschwister in Rwantege Gottesdienst – eine Verbindung über tausende Kilometer hinweg. Eine Verbindung im Hl. Geist.

Der Gottesdienst, der vom Ausschuss für Weltmission und Kirchlichen Entwicklungsdienst zusammen mit der Kisuahili-Gemeinde, die ihren Gottesdienst regelmäßig in der Friedenskirche feiert, hatte eine fast „tansanische“ Dauer, wurde den Beteiligten aber nicht lang. Das schöne Spiel von Werner Sodoge, Trompete, und Johannes Pflüger, Orgel, verlieh dem Gottesdienst die angemessen feierliche Note. Ein kleiner Chor der kirsuahilisprachigen Gemeinde sang, aber auch ehemalige Teilnehmer des Choraustauschs von 2008 und 2010 trugen Lied vor, das sie in Kusini A gelernt hatten. Es gab Berichte aus vierzig Jahren Partnerschaft. Und Pantomine, denn anders als mit Händen und Füßen geht es manchmal nicht, weil sich die Partner nur in Fremdsprachen miteinander verständigen können. Aber sie können es.

Den Reigen von Zeugnissen aus der Geschichte eröffnete Pfr. i.R. Burkhard Müller. Er erzählte, wie er bei seinem ersten Besuch in Rwantege davon überrascht wurde, ein Photo seines Onkels im Haus des Superintendenten zu sehen: Der Onkel hatte als Missionar in West-Tansania gearbeitet. GMÖ-Pfarrer Horstmann nahm darauf Bezug, als er in seinem Beitrag zur Predigt auf Joh 15,16 Bezug nahm, wo es heißt: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.“ Es ist Gott, in dem Kusini A und Bonn Gemeinschaft haben. Eine Gemeinschaft, die unserem Bemühen immer schon voraus ist. Die Erwählung macht das Besondere der ökumenischen Partnerschaft aus, verleiht ihr eine besondere Qualität. Konkret wird das im Gebot der Liebe, das von Pfrin Stefanie Graner ausgelegt wurde: „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch liebe.“ (Joh 15,12) Es geht um die Liebe Christi, um den Dienst zugunsten des Bedürftigen.
„Können wir einander so lieben?“, fragte Stefanie Graner in ihrer Auslegung. „Können wir einander so lieben, dass wir uns einander und den jeweiligen Schwächen zuwenden, und zwar so, dass wir einander dienen und es nicht nur einfach besser für den Anderen wissen? Unsere Partner wünschen sich unsere Unterstützung, damit sie selbstständiger werden können, eigene Fachkräfte ausbilden können, die der Schwachheit aufhelfen. Bei uns habe ich den Eindruck, dass wir sie gar nicht empfinden, unsere Schwachheit. Und wenn wir sie sehen, dann können wir uns nicht vorstellen, dass die Partner etwas dazu beitragen könnten, dass wir stark werden.“
Damit ist die Herausforderung genannt, der sich der für die Partnerschaft zuständige Ausschuss in den nächsten Jahren annehmen will. Zusammen mit den Partnern in Tansania. Mit diesen zusammen bereitet der Ausschuss dazu eine neue Partnerschaftsvereinbarung vor.

Zur Region Köln Bonn gehören die Stadt Köln ebenso, wie das Oberbergische, der Bonner Raum und das Vorgebirge. Gut ökumenisch vereint ihre Unterschiedlichkeit die Kirchenkreise unserer Region. Mission aus Freude am Evangelium, Frieden, Entwicklungszusammenarbeit und die Pflege unserer Partnerschaften sind Schwerpunkte der Arbeit in den Kirchenkreisen. Im Miteinander der Region profitieren wir von den Interessen und Erfahrungen der anderen. Mehr über den GMÖ vor Ort.