Niederrhein

Brot für die Welt besorgt um Rückgang der kirchlichen Mittel

Brot für die Welt legt Jahresbericht vor: Die Einnahmen entwickelten sich 2018 positiv. Das Hilfswerk dankt allen Gebern, doch ist besorgt um die Zukunft. „Denn die Zahl der Hungernden ist zum dritten Mal in Folge auf jetzt 821 Millionen Menschen gestiegen. Eine Hauptursache ist der weltweite Temperaturanstieg. Extremwetterereignisse, Überschwemmungen und Dürren vernichten immer öfter die Lebensgrundlage vieler Menschen. Das ist ein Skandal!“, so Brot für die Welt in seinem Newsletter. Zu den Projekten, die finanzielle Hilfe brauchen, zählen sie u.a. den Kampf gegen Kindersterblichkeit in Indonesien, sowie Projekte gegen Armut und Kinderarbeit in weiteren Ländern.

Brot für die Welt ist zudem besorgt über zurkünftig rückläufige Beiträge durch die Kirchen, so Torsten Müller (Wirtschaftswissenschaftler und Diplom- Kaufmann), Leiter der „Abteilung Finanzen“ im Jahresbericht:

„Spenden, Kollekten und KEDMittel [kirchliche Mittel] machen fast die Hälfte unserer Einnahmen aus. Die andere Hälfte besteht aus öffentlichen Mitteln. Aus dieser Verteilung ergibt sich allerdings auch die Herausforderung für unsere künftigen Einnahmen.

Unter unseren Spendern sind vor allem Ältere, also die Generation Ü 70. Nachfolgende Generationen sind als Spender bisher weniger engagiert. Auch die kirchlichen Mittel, die von der Höhe der Kirchensteuer abhängig sind, werden nach 2025 zurückgehen, weil die Zahl der Kirchenmitglieder rückläufig ist. Für uns bedeutet das: Wir müssen jüngere Menschen erreichen. Und wir müssen weiterhin in unserem Haus die Kosten konsolidieren. Gelingt uns das nicht, werden wir eines Tages nicht mehr ausreichend Mittel zur Verfügung haben, um öffentlich geförderte Projekte zu ergänzen. Dann können wir weniger Projekte mit unseren Partnern umsetzen.“

Kirche ist im Umbruch, zwischen demografischem Wandel und nachlassender Kirchenverbundenheit (www.ekd.de). Die erwarteten rückläufigen Mittel an das HIlfswerk könnten von der Evangelischen Kirche im Rheinland zusätzlich gekürzt werden: Der Bericht der Kirchenleitung zur diesjahrigen Landessynode wies auf Spielräume hin, „Einsparpotentiale“ beim Kirchlichen Entwicklungsdienst, d.h. bei Brot für die Welt, nutzbar machen zu können. Ein Beschlussvorschlag hierzu wird der Landessynode 2020 vorgelegt werden. Dieser ist verbunden mit einer Anbindung des GMÖs an ein Missionswerk.

KED-Kürzungen und Abgabe der Dienst- und Fachaufsichten werden vom GMÖ-Kuratorium Niederrhein abgelehnt. Entscheiden wird die Landessynode…

Den Jahresbericht 2018 von Brot für die Welt können Sie hier downloaden. Der GMÖ kommt gerne in Ihre Gemeindegruppe mit dem Vortrag „Brot für die Welt: Ein Portrait der Arbeit, Kampagnen und Wirkungen“.

 

Text: Ariane Stedtfeld, M.A., Referentin für entwicklungspolitische Bildung
Foto: Thomas Lohnes, Brot für die Welt. Projekt gegen Kindersterblichkeit in Indonesien.