Niederrhein

Frauenversammlung der GKJW / Indonesien

GMÖ-Kuratorin Katrin Meinhard berichtet aus Malang / Indonesien:

Am Freitag brachen wir mit einigen christlichen und zwei muslimischen Frauen aus Deutschland, Tansania und Indonesien zur alle 10 Jahre stattfindenden Frauenversammlung der GKJW auf. In einem christlichen Dorf von ca. 4000 Einwohner*innen trafen sich 550 Frauen und 270 Männer (!), um über das Wochenende Gottesdienst zu feiern, in 12 verschiedenen Workshops zu tagen, Produkte aus eigener Herstellung zu verkaufen und die wichtigsten Grundlinien der Gemeindearbeit für die nächsten Jahre zu besprechen. Es war ein hervorragend organisiertes Event. Übernachtet wurde in Familien in allen zur Verfügung stehenden Betten und auf Matratzen auf dem Boden, gekocht wurde in verschiedenen Küchen christlicher Familien und dann wurde Reis, Gemüse, Fleisch und Nachtisch zusammengetragen und an langen Buffet-Tischen ausgeteilt. Eine Crew von Männern der örtlichen Gemeinde wusch das Geschirr in Bottichen auf der Wiese ab. Es wurden keine Plastikwasserflaschen verkauft, sondern zum ökologischen Programm gehörte es, dass Gläser an Wasserzapfstellen bereit standen und PTT freie Nachfüllflaschen von einer Frauengruppe verkauft wurden.

Die Themen der Workshops waren vielfältig, unter anderem ging es um Interreligiösität, Familie, Beerdigungsangelegenheiten (es gibt keine Beerdigungsinstitute – es wird alles ehrenamtlich von den Gemeinden getan) und LGBT (Lesben, Schwule, Bisexualität und Transgender). In spielerischen Übungen wurden die Meinungen der Einzelnen offen ausgetauscht. Anschließend gab es Referate mit Informationen und anschließenden Diskussionen.

Das tolerante Zusammenleben von Christ*innen und Muslim*innen ist ein wichtiges Thema für die ostjavanische Kirche, das auf allen Ebenen sehr bedacht wird. Als religiöse Minderheit sucht man aktiv den Kontakt und die Freundschaft mit muslimischen Menschen und Organisationen. Zur Eröffnung der Versammlung waren mehrere muslimische Delegierte erschienenen! Es geht um ein respektvolles, tolerantes Miteinander in aller Freiheit. Dafür wird viel getan! Denn es schlummert die Bedrohung durch Radikalisierung in einigen Regionen. Man ist auf beiden Seiten wachsam, denn friedliche Harmonie ist ein hoher Wert der javanischen Gesellschaft, den es zu erhalten und durch Verständigung zu vertiefen gilt. Um auch international für dieses Ziel durch Wahrnehmung, Gebet und Aktionen verbunden zu sein, waren wir als Gäste eingeladen und durften unsere Aktivitäten vorstellen. Beeindruckt und dankbar sind wir mit unserer christlich-muslimischen Kleingruppe der VEM und der Frauenabteilung der GKJW (drei indonesischen, vier deutschen und zwei tansanischen Frauen) unterwegs um nun Projekte in der Region zu besuchen.