Niederrhein

Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Windhoek

Wir sind befreit durch Gottes Gnade. Erlösung, Menschen, Schöpfung – für Geld nicht zu haben.

Unter diesem Leitbild steht die 12. Vollversammlung des Luthterischen Weltbundes, die vom 10.-16.05. in Windhoek / Namibia tagt.  Klimawandel, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit stehen auf der Tagesordnung.  Am Eröffnungsgottesdienst nahmen über 800 Menschen aus dem ganzen Land und aus aller Welt teil. Mit über 90% Christen seien in Namibia die Früchte der Missio Dei sichtbar, so Bischof Ernst Gamxamub.

Mit Blick auf die deutschen Kolonialverbrechen im Gastgeberland Namibia kündigte LWF-Präsident Bischof Dr. Munib Younan eine Erklärung des Lutherischen Weltbundes während der Vollversammlung an. Er würdigte das Ende April veröffentlichte Schuldbekenntnis „Vergib uns unsere Schuld“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er sei überaus dankbar für die Klarheit und Tiefe des Bekenntnisses der EKD zu dieser Schuld, betonte Younan. Die Verbrechen der deutschen Kolonialherren haben vor allem die Völker der Herero, Nama, Damara und San/Khoisan betroffen. Die EKD-Erklärung bekenne offen, dass die „im Oktober 1904 gegen die Herero und im April 1905 gegen die Nama ergangenen ‚Vernichtungsbefehle‘ als ‚Völkermord‘ zu bewerten“ seien.

Deutlich waren die Forderungen der Frauenvorkonsultation nach voller Gleichstellung von Frauen und Männern und der Überwindung aller Gewalt gegen Frauen in Familie, Gesellschaft und Kirche.

Neben den fast 300 anwesenden Delegierten aus den Mitgliedskirchen sind viele weitere BeraterInnen und Gäste geladen – darunter eine Delegation von VEM, EKiR und EKvW (Moderator Willem Simarmata, Vize-Moderatorin Rosmalia Barus, Vice-Moderator Bischof Abednego Kemshomshahara, Annette Muhr-Nelson, Annette Salomo, Ariane Stedtfeld, Anja Neuhaus und Ute Hedrich).