Westliches Ruhrgebiet

Brandkatastrophe in Moria

In der Nacht zum 9. September gab es ein großes Feuer im Flüchtingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagt zum Brand in Moria:
„Mit Trauer und Entsetzen habe ich heute Morgen die Bilder vom brennenden Lager Moria gesehen. Das Ausmaß des Brandes lässt Schlimmes befürchten. Noch ist unklar, ob Menschen zu Tode gekommen sind. Meine Befürchtungen sind groß. Und meine Gebete intensiv. Das Leid, das tausende Menschen dort seit Monaten ertragen, lässt sich kaum in Worte fassen. Seit langer Zeit ist auf die schlimmen Zustände in dem Lager hingewiesen und Abhilfe gefordert worden. Trotzdem durften nur wenige Menschen das Lager verlassen. Die vollständige Überfüllung ist geblieben. Jetzt muss den Menschen sofort und dauerhaft geholfen werden.“

Zahlreiche Kirchen und zivilgesellschaftliche Organisationen rufen zu Protesten auf. Auch der Kirchenkreis An der Ruhr folgt dem Aufruf zur Demonstration heute (09.09.2020) um 16 Uhr am Mülheimer Rathausmarkt an. Flüchtlingsreferentin Saskia Trittmann: „Die Zustände dort waren schon vor dieser Katastrophe unerträg-lich. Es sprengt den Rahmen des Vorstellbaren, aber die Not der nun obdach-losen Geflüchteten hat sich noch einmal gesteigert. Unabhängig davon, ob und wem ein Verschulden an diesem Brand nachzuweisen ist, geht es darum, die akute Not der Menschen zu lindern und die humanitäre Katastrophe in den Flüchtlingslagern zu beenden.“

Bei der Demonstration in der Mülheimer Innenstadt sollen symbolisch Stühle auf dem Rathausmarkt aufgestellt werden, welche die Bereitschaft und die Möglichkeit zur weiteren Aufnahme von Geflüchteten darstellen. Zugleich sol-len diese zu einer humanen Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa auf-fordern. Anmelder der Demonstration in der Mülheimer Innenstadt sind Bündnis 90 / Die Grünen.

Die Flüchtlingsberatungsstelle des Kirchenkreises Oberhausen Mahnwache ruft gemeinsam mit Amnesty International, der Seebrücke Oberhausen und anderen Organisationen zur Mahnwache auf dem Banhofsvorplatz Oberausen um 19:00 Uhr.