Westliches Ruhrgebiet

Friedenssynode An der Ruhr

Die Kreissynode An der Ruhr arbeitete zum Schwerpunktthema Frieden. Die Beratungen zum Friedenswort mündeten in folgende Beschlüsse der Kreissynode:

1. Die Gemeinden werden gebeten, sich mit dem Friedenswort auseinander zu setzen und melden ihre Vorhaben bis Mitte Februar 2020 an den Fachausschuss „Ökumene und Partnerschaft“.

2. Auf der Frühjahrssynode 2020 wird die Kreissynode die Rückmeldung für die Landeskirche beschließen.

3. Um das Ökumenische Friedensgebet der ACK am Hiroshimatag öffentlichkeitswirksamer zu gestalten, setzt sich der Kirchenkreis An der Ruhr für die Ausarbeitung eines neuen Konzeptes ein.

4. Die Ausstellung „Frieden geht anders“ wird vom 13. Januar bis 7. Februar 2020 in der Petrikirche zu sehen sein. Der Kirchenkreis ist Mitträger und stellt 1000 Euro dafür bereit. Mitträger des Kampagnenzeitraums von Januar bis März 2020 sind der Synodale Ausschuss Ökumene und Partnerschaft, das Schulreferat, die Ladenkirche, die Vereinte Ev. Kirchengemeinde, der CVJM Mülheim, der Weltladen und der Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ).

5. Das Pfingstfest 2022 wird das Thema Frieden aufgreifen.

6. Über die Handlungsempfehlungen aus den synodalen Arbeitsgruppen zum Friedenswort wird auf der nächsten Kreissynode beraten.

Grundlage für den Themenschwerpunkt Frieden der Mülheimer Kreissynode war das 2018 von der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) verabschiedete Friedenswort „Auf dem Weg zum gerechten Frieden“. Kirchenrätin Anja Vollendorf (Dezernat Ökumene, Landeskirchenamt der EKiR) führte in das Thema ein. Im Friedenswort heißt es: „Kirche des gerechten Friedens zu sein, bedeutet, (…) kriegerische Mittel als Möglichkeit der Konfliktlösung (…) zu überwinden, Schritt für Schritt.“ Kirchenrätin Anja Vollendorf erklärte dazu: „Das Friedenswort ist ein Paradigmenwechsel, das das aktive Eintreten für den Frieden als Prima Ratio in den Fokus rückt, anstelle des Krieges als Ultima Ratio.“ Dabei gelte es, Möglichkeiten friedlicher Konfliktlösung viel stärker auszuschöpfen, Methoden wie etwa Mediation und gezielte Ansätze zur Konflikttransformation viel stärker zu nutzen.

Dazu sei stets aktives Handeln nötig: „Als verletzbare Menschen sind wir nicht dazu verdammt, auf Erlösung zu warten.“ Es gehe nicht darum, passiv Gewalt zu erdulden, sondern aktiv Frieden zu schaffen. Das Friedenswort bestreite dabei nicht das Gewaltmonopol des Staates, doch die staatliche Gewalt müsse legitimiert sein.

Frieden allein lokal oder national zu verwirklichen, bleibe dabei immer eine verkürzte Perspektive: „Frieden kann in unserem globalen Dorf nur dann aufscheinen, wenn alle Menschen in allen Teilen der Welt daran teilhaben können.“

Dr. Anthea Bethge, Geschäftsführerin von EIRENE, Friedensfachberaterin und Mitglied der EKD-Kammer für Öffentliche Verantwortung, lieferte in ihrem Vortrag praktische Beispiele für gewaltfreie internationale Friedensarbeit, zum Beispiel aus dem Ost-Kongo, den sie gerade besucht hat. „Gewaltfreiheit ist nicht easy-going, sondern bedeutet, den Schreibtisch zu verlassen und der Gewalt zu begegnen.“ In den Projekten von EIRENE geht es darum, Frieden in praktischen Schritten einzuüben und dabei grenzüberschreitende Perspektiven einzunehmen. „Gewaltfreiheit braucht globales Lernen“, betonte Dr. Anthea Bethge. Das Besondere an christlich begründeter Friedensarbeit sei, „dass wir immer wieder üben zu vertrauen, auch darauf, dass wir gerade als Christen den Weg zu Gewaltfreiheit finden wollen, bereit sind, Umkehr und Buße zu tun. Das ist auch Herzensarbeit, geistliche Arbeit.“ Auch wenn Konflikte militärisch ausgetragen werden, sei aktive Friedensarbeit unverzichtbar, um nachhaltig Frieden zu sichern.

In vier Arbeitsgruppen mit fachkundigen ImpulsgeberInnen stiegen die Synodalen nach den Einführungsvorträgen intensiver in verschiedene Aspekte des Friedensthemas ein: Friede in der Gemeinschaft – Friedensbildung und Gewaltfreies Handeln (Impuls: Dr. Anthea Bethge), Friede mit der Erde – Klimawandel und Klimaschutz / Nachhaltigkeit (Impuls: Felix Hofmann, Presbyter der Vereinten Ev. Kirchengemeinde, Jugendvertreter bei der Weltklimakonferenz 2018), Friede in der Wirtschaft – Menschenrechte und Gerechtigkeit (Impuls: Irene Knoke, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Institutes Südwind), Friede zwischen den Völkern – Verbot aller Atomwaffen und Abzug der Atomwaffen in Büchel (Impuls: Thomas Gerhards, Kath. Theologe und Sozialwissenschaftler, Mitglied bei Pax Christi, wohnhaft Nähe Büchel).

Text und Foto: Annika Lante, Ev. Kirchenkreis An der Ruhr